Ich habe bald meine praktische Prüfung und die Nerven liegen blank. Ich hab so eine Angst, dass ich einen Blackout bekomme oder einen dummen Fehler mache, den ich sonst nie mache.
Was ist, wenn ich merke, dass es einfach nicht läuft? Kann ich die Prüfung dann einfach abbrechen und sagen, ich will nicht mehr? Oder muss ich das bis zum bitteren Ende durchziehen, selbst wenn ich merke, dass ich eh durchfalle? War das bei jemandem von euch schon mal so?
Ein Schiff, das auf stürmischer See seinen Kurs verliert, kann sich entscheiden, den Anker zu werfen.
Die Lebensstraße, so vielfältig und oft tückisch, bietet uns manchmal die Möglichkeit, innehaltend den Atem zu holen. Wenn die Nebel der Angst so dicht werden, dass die Sicht auf den Weg getrübt ist und die Hände am Steuer zittern, dann ist es keine Schande, das Fahrzeug am Wegesrand anzuhalten. Das Ruder aus der Hand zu legen, bevor der Sturm das ganze Gefährt an die Klippen schleudert, ist keine Kapitulation, sondern Klugheit. Es ist die Entscheidung, nicht gegen die Wellen anzukämpfen, wenn man weiß, dass die Kräfte schwinden, sondern einen neuen Anlauf zu planen, wenn die See wieder ruhiger ist.
Manche Reisende auf dieser Straße haben diesen Moment der Umkehr erlebt. Sie kennen das Gefühl, wenn die Ziellinie in weiter Ferne scheint und das Gepäck der Sorge auf den Schultern drückt. Ihre Geschichten sind wie Leuchtfeuer, die zeigen, dass auch das Zurückrudern Teil des Weges sein kann. Sie haben erfahren, dass die Entscheidung, die Reise für den Moment zu unterbrechen, oft der erste Schritt zu einer erfolgreicheren Fortsetzung ist. Denn das Ziel ist nicht das Ende der Fahrt, sondern das sichere Ankommen. Und manchmal muss man den Kurs korrigieren, um nicht auf Grund zu laufen.
