Ein negatives Gutachten nach der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) ist ein herber Rückschlag auf dem Weg zurück zur Fahrerlaubnis. Doch es muss nicht das Ende Ihrer Bemühungen bedeuten. Wenn Sie die MPU aufgrund von Alkohol- oder Drogenauffälligkeiten nicht bestanden haben, aber der Gutachter bereits positive Veränderungen erkennt, bietet die MPU-Nachschulung nach § 70 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) eine wertvolle zweite Chance. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen detailliert, wie Sie diesen Weg für sich nutzen können.
Anstatt die gesamte, oft kostspielige und nervenaufreibende MPU wiederholen zu müssen, ermöglicht Ihnen dieser spezielle Kurs, Ihre Fahreignung gezielt nachzubessern. Erfahren Sie hier alles über die Voraussetzungen, den Ablauf, die Kosten und die Inhalte dieser wichtigen Maßnahme für die Jahre 2025 und 2026.
Was ist eine MPU-Nachschulung nach § 70 FeV?

Die MPU-Nachschulung, offiziell als „Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung“ bezeichnet, ist eine gesetzlich verankerte Maßnahme, die speziell für Personen konzipiert wurde, deren MPU-Gutachten zwar negativ ausfällt, aber eine günstige Entwicklungsprognose enthält. Der Gutachter empfiehlt diesen Kurs, wenn er überzeugt ist, dass die verbliebenen Eignungszweifel durch die Teilnahme ausgeräumt werden können.
Die Teilnahme ist jedoch an klare Bedingungen geknüpft. Sie können nur dann an einer Nachschulung teilnehmen, wenn die folgenden Punkte auf Sie zutreffen:
- Negatives MPU-Gutachten: Sie haben die MPU nicht bestanden.
- Klare Kursempfehlung: Im Gutachten muss ausdrücklich die Teilnahme an einem Kurs nach § 70 FeV empfohlen werden.
- Deliktart: Der Führerscheinentzug muss aufgrund einer Auffälligkeit mit Alkohol oder Drogen erfolgt sein. Bei anderen Delikten (z. B. zu viele Punkte) ist diese Option nicht vorgesehen.
- Positive Prognose: Der Gutachter hat während der MPU bereits eine positive Veränderungsbereitschaft und erste stabile Verhaltensänderungen bei Ihnen festgestellt.
Ablauf, Kosten und Dauer der Nachschulung (2025/2026)
Der Kurs ist darauf ausgelegt, die Ursachen Ihres Fehlverhaltens tiefgehend zu analysieren und nachhaltige Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Der Fokus liegt auf aktiver Mitarbeit in der Gruppe und der ehrlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten. Er ist keine Wiederholung der Theorieprüfung, sondern eine intensive psychologische Schulung.
Inhalte und Ziele des Kurses

In den Kursen arbeiten Sie gemeinsam mit Verkehrspsychologen und anderen Teilnehmern an den Gründen, die zu Ihrem Führerscheinentzug geführt haben. Es geht darum, ein tieferes Verständnis für die eigene Problematik zu entwickeln und stabile Vermeidungsstrategien zu erlernen. Der Erfahrungsaustausch in der Gruppe ist ein zentraler Bestandteil und wird von vielen als sehr unterstützend empfunden.
Die Hauptziele des Kurses sind, die Teilnehmer dazu zu befähigen, zukünftig zuverlässig zwischen dem Konsum von Rauschmitteln und dem Fahren zu trennen. Sie lernen, Risikosituationen frühzeitig zu erkennen und zu bewältigen, um einen Rückfall zu vermeiden. Am Ende des Kurses erhalten Sie eine Teilnahmebescheinigung, die Sie bei der Fahrerlaubnisbehörde einreichen.
Kosten, Dauer und Verfahren im Überblick
Die Organisation und die Kosten sind klar geregelt, bieten aber je nach Anbieter leichte Unterschiede. Eine genaue Planung hilft Ihnen, den Prozess reibungslos zu durchlaufen. Hier sind die wichtigsten Eckdaten für 2025 und 2026 zusammengefasst:
| Aspekt | Details |
| Kosten | Die Gebühren für eine MPU-Nachschulung liegen je nach Anbieter in der Regel zwischen 400 € und 600 €. Dies ist deutlich günstiger als die Wiederholung einer kompletten MPU. |
| Dauer | Der Kursumfang beträgt meist 12 bis 20 Stunden. Diese sind typischerweise auf drei bis vier Termine verteilt, die sich über mehrere Wochen erstrecken. |
| Ablauf nach dem Kurs | Nach erfolgreicher und vollständiger Teilnahme erhalten Sie eine Bescheinigung. Diese legen Sie Ihrer zuständigen Fahrerlaubnisbehörde vor. In der Regel wird Ihnen daraufhin die Fahrerlaubnis ohne weitere Prüfung wiedererteilt. |
Anerkannte Anbieter und die richtige Wahl

Es ist entscheidend, dass Sie Ihren Kurs bei einem offiziell anerkannten Träger absolvieren. Nur die Bescheinigungen dieser Institutionen werden von den Behörden akzeptiert. In Deutschland gibt es eine Reihe von qualifizierten Anbietern, die über das ganze Bundesgebiet verteilt sind. Eine Liste passender Anbieter finden Sie oft direkt in Ihrem MPU-Gutachten.
Zu den bekanntesten Trägern von Kursen zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung gehören unter anderem:
- TÜV SÜD Pluspunkt GmbH
- DEKRA Akademie GmbH
- Nord-Kurs GmbH & Co. KG
- AFN (Gesellschaft für Ausbildung, Fortbildung und Nachschulung e.V.)
- IMPULS GmbH
Informieren Sie sich vorab über die genauen Termine, Standorte und Kosten bei den verschiedenen Anbietern in Ihrer Nähe. Wenn Sie sich unsicher sind, was nach einer nicht bestandenen MPU zu tun ist, finden Sie nützliche Informationen in unserem Ratgeber MPU nicht bestanden – was nun?.
Ihre zweite Chance auf die Fahrerlaubnis

Die MPU-Nachschulung nach § 70 FeV ist mehr als nur eine Abkürzung. Sie ist eine anerkannte und effektive Maßnahme, um die eigene Fahreignung wiederherzustellen und aus vergangenen Fehlern zu lernen. Sie sparen nicht nur Geld und Zeit im Vergleich zu einer erneuten MPU, sondern investieren aktiv in Ihre zukünftige Sicherheit im Straßenverkehr.
Nutzen Sie diese Chance, um Ihr Verhalten nachhaltig zu ändern und den Weg für eine verantwortungsbewusste und sichere Mobilität zu ebnen. Mit der erfolgreichen Teilnahme an diesem Kurs beweisen Sie den Behörden und sich selbst, dass Sie bereit sind, die Verantwortung am Steuer wieder vollständig zu übernehmen.


Die MPU ist ja an sich schon ein enorm wichtiger und oft auch einschneidender Schritt, um nach dem Verlust des Führerscheins die Fahreignung wiederherzustellen und sicher am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Man bereitet sich intensiv darauf vor, gerade wenn es um Alkohol oder Drogen ging, und möchte das natürlich erfolgreich hinter sich bringen.
Was mich allerdings extrem nervös macht, sind die Gerüchte, die man von Freunden oder in Foren hört: Angeblich hängt das Bestehen der MPU stark vom zugewiesenen Prüfer ab. Es soll Prüfer geben, die sehr fair sind und wirklich die Entwicklung sehen wollen, während andere angeblich regelrecht nach Gründen suchen, um Leute durchfallen zu lassen. Diese Vorstellung, dass das Ergebnis am Ende vielleicht gar nicht nur von der eigenen Vorbereitung und Einsicht abhängt, sondern auch von der Tagesform oder der Laune eines einzelnen Prüfers, ist wirklich beängstigend.
Ist an solchen Gerüchten wirklich etwas dran? Oder ist das nur Panikmache, weil manche Leute vielleicht nicht ausreichend vorbereitet waren und dann die Schuld schieben? Und falls doch eine gewisse Willkür möglich ist: Kann man sich darauf irgendwie vorbereiten oder einstellen, wenn man an so einen angeblich „schwierigen“ Prüfer gerät? Das würde mir wirklich helfen, die Nervosität etwas abzubauen.
Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die wichtigen Fragen, die du aufwirfst. Es ist absolut verständlich, dass die Gerüchte über die Rolle des Prüfers bei der MPU Verunsicherung hervorrufen. Die Sorge, dass das Ergebnis nicht ausschließlich von der eigenen Vorbereitung abhängt, kann sehr belastend sein.
Es ist wichtig zu wissen, dass die MPU einem standardisierten Verfahren folgt und die Gutachter an strenge Richtlinien gebunden sind. Willkür ist hier nicht vorgesehen und sollte auch nicht vorkommen. Dennoch ist es menschlich, dass es unterschiedliche Herangehensweisen geben kann. Eine gute Vorbereitung, Offenheit und die Fähigkeit, die eigene Entwicklung überzeugend darzulegen, sind immer die besten Voraussetzungen. Unabhängig vom Prüfer ist es entscheidend, authentisch zu sein und die eigene Einsicht klar zu vermitteln. Schau dir gerne auch andere Artikel in meinem Profil an, in denen ich weitere Tipps zur MPU-Vorbereitung gebe.
Ehrlich jetzt? Ich mache gerade meinen Motorradführerschein (Klasse A) und habe das Gefühl, alle Ratgeber drehen sich nur um Autofahrer. Dieser Text ist da leider keine Ausnahme – MPU, Fahreignung… schön und gut, aber wo bleiben die spezifischen Herausforderungen für uns Biker? Grundfahraufgaben sind eine ganz andere Hausnummer als Einparken, und Themen wie die richtige Schutzkleidung oder die überlebenswichtige Sichtbarkeit werden komplett ignoriert. Es gibt nicht nur Autofahrer auf der Straße! Wäre mal schön, wenn man auch uns Motorradfahrern spezifische Tipps und Infos bieten würde. Gibt es denn gar nichts für uns?
Vielen dank für dein feedback. ich verstehe deine frustration absolut, dass viele ratgeber sich primär auf autofahrer konzentrieren und die spezifischen bedürfnisse von motorradfahrern oft zu kurz kommen. mein artikel war in der tat eher allgemein gehalten und auf das thema fahreignung und mpu zugeschnitten, was natürlich beide fahrzeugtypen betreffen kann, aber ich sehe ein, dass die spezifischen herausforderungen für biker dabei nicht ausreichend beleuchtet wurden.
deine anregungen bezüglich grundfahraufgaben, schutzkleidung und sichtbarkeit sind sehr wertvoll und absolut berechtigt. es ist wichtig, dass alle verkehrsteilnehmer die informationen finden, die sie benötigen. ich werde deine kritik auf jeden fall berücksichtigen und versuchen, in zukünftigen beiträgen auch spezifischere themen für motorradfahrer aufzugreifen. schau dir doch auch gerne die anderen artikel in meinem profil an, vielleicht findest du dort ja noch weitere interessante inhalte.
Ich habe meinen Führerschein bestanden, und eigentlich sollte ich jetzt total glücklich sein. Das war der Traum, endlich mobil sein! Aber die Realität sieht leider ganz anders aus. Seit ich alleine fahren muss, habe ich plötzlich mehr Angst als je zuvor. Es ist, als hätte sich mit dem Prüfer auch meine ganze Sicherheit aus dem Auto verabschiedet.
Jede Fahrt ist purer Stress. Mein Herz rast, meine Hände werden feucht, ich bin ständig verkrampft und hyperfokussiert auf jeden möglichen Fehler, den ich machen könnte. Selbst kurze Strecken, die ich vorher im Schlaf gefahren bin, fühlen sich jetzt wie eine riesige Herausforderung an. Ich habe das Gefühl, ich bin komplett überfordert, obwohl ich doch bewiesen habe, dass ich es kann. Es ist so frustrierend und peinlich zugleich, weil ich ja bestanden habe. Man sollte doch meinen, das Schlimm
Vielen Dank für deinen offenen und ehrlichen Kommentar. Es ist absolut verständlich, dass du dich so fühlst. Viele Fahranfänger erleben nach bestandener Prüfung eine ähnliche Phase der Unsicherheit, auch wenn es sich im ersten Moment widersprüchlich anfühlt. Die Anwesenheit des Fahrlehrers gibt oft eine unbewusste Sicherheit, die wegfällt, sobald man auf sich allein gestellt ist. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Gefühle normal sind und mit der Zeit und gesammelter Fahrpraxis nachlassen werden.
Versuche, dir kleine Ziele zu setzen und dich langsam an das Alleinfahren zu gewöhnen. Beginne mit vertrauten Strecken und steigere dich dann schrittweise. Und sei nicht zu streng mit dir selbst. Jeder macht Fehler, besonders am Anfang. Du hast bewiesen, dass du es kannst, und mit der Zeit wird auch die Routine und damit die Sicherheit kommen. Schau dir gerne auch die anderen Artikel an, die ich veröffentlicht habe, vielleicht findest du dort weitere hilfreiche Gedanken.
Die MPU als Weg zurück zur Fahrerlaubnis ist ja klar beschrieben, und die Notwendigkeit, die Fahreignung wiederherzustellen, leuchtet ein. Was mich jedoch zunehmend beunruhigt, sind die vielen Geschichten, die man von Freunden oder in Foren hört: Angeblich soll das Bestehen der Prüfung stark vom zugewiesenen Prüfer abhängen.
Manche gelten als fair und wohlwollend, während andere angeblich nach jedem noch so kleinen Detail suchen, um einen durchfallen zu lassen. Diese Vorstellung, dass das Ergebnis der MPU von der persönlichen Tagesform oder den Vorurteilen eines einzelnen Prüfers abhängen könnte, macht mich ehrlich gesagt extrem nervös.
Ist an diesen Gerüchten wirklich etwas dran? Gibt es tatsächlich so große Unterschiede in der Herangehensweise der Prüfer? Und falls ja, wie kann man sich auf diese Ungewissheit vorbereiten? Gibt es Wege, um dieser angeblichen Willkür entgegenzuwirken oder sich zumindest bestmöglich darauf einzustellen?
Vielen dank für deinen ausführlichen und nachvollziehbaren kommentar. es ist absolut verständlich, dass die unsicherheit bezüglich der prüfer bei der mpu eine große rolle spielt und sorgen bereitet. diese gerüchte halten sich hartnäckig und sind eine häufige quelle der nervosität.
es ist wichtig zu verstehen, dass die mpu von einem team von fachleuten durchgeführt wird, die sich an klare richtlinien und kriterien halten müssen. während menschliche faktoren nie ganz ausgeschlossen werden können, ist das system darauf ausgelegt, eine möglichst objektive beurteilung zu gewährleisten. die vorbereitung auf die mpu sollte sich daher weniger auf die vermeintliche persönlichkeit des prüfers konzentrieren, sondern vielmehr auf die eigene aufarbeitung und das glaubwürdige darlegen der veränderten einstellung. eine fundierte vorbereitung und das ehrliche auseinandersetzen mit den ursachen des fehlverhaltens sind die besten wege, um erfolgreich zu sein, unabhängig vom zugewiesenen prüfer. schau dir gerne auch meine anderen artikel an, vielleicht findest du dort weitere hilfreiche informationen.