Als Fahranfänger stehen Sie vor vielen neuen Herausforderungen, die weit über das reine Fahren hinausgehen. Die regelmäßige Wartung Ihres Fahrzeugs ist entscheidend für Ihre Sicherheit und die Langlebigkeit des Autos. Ein zentrales Thema dabei ist der saisonale Reifenwechsel. Zu wissen, wie man Reifen sicher wechselt, ist nicht nur eine praktische Fähigkeit, die Geld spart, sondern auch ein wichtiger Teil der Verantwortung, die Sie als Fahrzeugführer tragen.
Dieser umfassende Ratgeber führt Sie durch den gesamten Prozess. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie den Reifenwechsel selbst durchführen, welche Werkzeuge Sie benötigen und wie Sie Ihre Reifen richtig lagern. Zudem beleuchten wir die Kosten und Vorteile eines professionellen Services, damit Sie für die Saison 2025/2026 bestens vorbereitet sind und immer die richtige Entscheidung für Ihre Situation treffen können.
Die richtige Vorbereitung: Werkzeuge für den Reifenwechsel

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete, besonders wenn Sie den Reifenwechsel selber durchführen möchten. Bevor Sie beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass alle notwendigen Werkzeuge und Hilfsmittel griffbereit sind. Das richtige Equipment macht die Arbeit nicht nur einfacher, sondern vor allem sicherer. Eine Investition in gutes Werkzeug zahlt sich über Jahre aus.
Hier ist eine Checkliste der wichtigsten Werkzeuge, die Sie für einen erfolgreichen Reifenwechsel benötigen:
- Wagenheber: Unverzichtbar zum Anheben des Fahrzeugs. Ein stabiler Rangierwagenheber ist oft sicherer und einfacher zu bedienen als das Bordwerkzeug. Achten Sie darauf, ihn nur an den vom Hersteller vorgesehenen Aufnahmepunkten anzusetzen.
- Drehmomentschlüssel: Das wichtigste Werkzeug für Ihre Sicherheit. Nur mit ihm können Sie die Radschrauben mit dem exakt vorgeschriebenen Drehmoment anziehen. Ein falsches Drehmoment kann zu schweren Unfällen führen.
- Radkreuz oder Radmutternschlüssel: Zum Lösen und ersten Anziehen der Radschrauben. Ein Radkreuz bietet eine bessere Hebelwirkung.
- Unterstellböcke: Zur zusätzlichen Absicherung des aufgebockten Fahrzeugs. Arbeiten Sie niemals unter einem Auto, das nur von einem Wagenheber gehalten wird.
- Drahtbürste: Zur Reinigung der Radnabe von Rost und Schmutz, damit die Felge plan aufliegt.
- Kreide oder Reifenmarkierungsstifte: Um die Position der demontierten Reifen zu markieren (z. B. „VR“ für vorne rechts).
- Arbeitshandschuhe: Schützen Ihre Hände vor Schmutz und Verletzungen.
- Reifendruckprüfer: Zur Kontrolle und Anpassung des Luftdrucks nach der Montage.
Reifen selber wechseln: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn Sie nicht mit Ganzjahresreifen unterwegs sind, steht zweimal im Jahr der Reifenwechsel an. Die bekannte Faustregel „von O bis O“ (Oktober bis Ostern) dient als gute Orientierung für die Nutzung von Winterreifen. Diese detaillierte Anleitung führt Sie sicher durch den Prozess, ideal für Fahranfänger.
Bevor Sie starten, stellen Sie sicher, dass Ihr Fahrzeug auf einem ebenen, festen Untergrund steht. Ziehen Sie die Handbremse fest an und legen Sie bei einem Schaltgetriebe den ersten Gang ein oder stellen Sie den Wählhebel bei einem Automatikgetriebe auf „P“.
- Radschrauben lockern: Lösen Sie die Radschrauben an dem Rad, das Sie wechseln möchten, mit dem Radkreuz um etwa eine halbe Umdrehung. Dies geschieht, solange das Rad noch fest auf dem Boden steht und sich nicht mitdrehen kann.
- Fahrzeug aufbocken: Setzen Sie den Wagenheber an dem dafür vorgesehenen Punkt an der Karosserie an. Heben Sie das Auto an, bis der Reifen frei in der Luft schwebt. Sichern Sie das Fahrzeug zusätzlich mit einem Unterstellbock.
- Rad abnehmen: Schrauben Sie die gelockerten Radmuttern nun vollständig ab und nehmen Sie das Rad vorsichtig von der Radnabe. Legen Sie die Schrauben sicher zur Seite.
- Radnabe reinigen: Reinigen Sie die Auflagefläche der Radnabe mit einer Drahtbürste von Rost und Schmutz. Dies sorgt für einen perfekten Sitz der neuen Felge.
- Reifen markieren und prüfen: Markieren Sie den abgenommenen Reifen mit seiner Position (z.B. HR für hinten rechts). Prüfen Sie die Mindestprofiltiefe (gesetzlich 1,6 mm, empfohlen 3 mm für Sommer- und 4 mm für Winterreifen).
- Neues Rad montieren: Setzen Sie das neue Rad auf die Radnabe. Achten Sie bei laufrichtungsgebundenen Reifen auf den Pfeil an der Reifenflanke, der die korrekte Abrollrichtung anzeigt.
- Radschrauben handfest anziehen: Schrauben Sie die Radmuttern von Hand an, bis sie leicht anliegen. So zentriert sich das Rad korrekt.
- Fahrzeug absenken: Entfernen Sie den Unterstellbock und lassen Sie das Fahrzeug mit dem Wagenheber langsam ab, bis der Reifen den Boden berührt, aber noch nicht das volle Gewicht trägt.
- Mit Drehmomentschlüssel festziehen: Stellen Sie das vom Hersteller vorgeschriebene Drehmoment am Drehmomentschlüssel ein (meist zwischen 110 und 150 Nm, siehe Fahrzeughandbuch). Ziehen Sie die Schrauben über Kreuz an, bis der Schlüssel hörbar klickt.
- Luftdruck prüfen: Kontrollieren Sie den Reifendruck und passen Sie ihn gemäß den Herstellerangaben (oft im Tankdeckel oder Türholm zu finden) an.
- Nachziehen nicht vergessen: Kontrollieren Sie nach etwa 50 bis 100 Kilometern Fahrt den festen Sitz der Radschrauben erneut mit dem Drehmomentschlüssel.

Hinweis zum Reifendruckkontrollsystem (RDKS): Bei Fahrzeugen mit direktem RDKS müssen die Sensoren nach dem Wechsel oft in einer Werkstatt neu angelernt werden. Informieren Sie sich dazu im Handbuch Ihres Autos oder besuchen Sie eine Fachwerkstatt, um Fehlfunktionen zu vermeiden. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Reifendruckkontrollsystem (RDKS).
Autoreifen richtig lagern: So erhalten Sie die Lebensdauer

Die richtige Lagerung ist genauso entscheidend wie der Wechsel selbst, um die Lebensdauer und Sicherheit Ihrer Reifen zu gewährleisten. Falsch gelagerte Reifen können porös werden, sich verformen oder beschädigt werden. Als Fahranfänger sollten Sie daher wissen, wie Sie Ihre Saisonreifen optimal aufbewahren.
Der ideale Lagerort für Ihre Reifen ist kühl, trocken und dunkel. Direkte Sonneneinstrahlung, extreme Temperaturen und der Kontakt mit Ölen, Fetten oder Chemikalien schaden dem Gummi und sollten unbedingt vermieden werden.
- Kompletträder (Reifen auf Felgen): Lagern Sie diese am besten liegend übereinandergestapelt (maximal vier Stück) oder hängend an speziellen Wandhalterungen oder auf einem Felgenbaum. Erhöhen Sie den Luftdruck vor der Einlagerung um ca. 0,5 bar.
- Reifen ohne Felgen: Diese müssen stehend gelagert und alle paar Wochen leicht gedreht werden, um Verformungen und Druckstellen zu vermeiden.
Professioneller Service vs. Selbermachen: Ein Kostenvergleich
Obwohl der eigenhändige Reifenwechsel eine wertvolle Fähigkeit ist, gibt es gute Gründe, eine Fachwerkstatt aufzusuchen. Ein professioneller Service bietet zusätzliche Sicherheit, spart Zeit und ist bei Fahrzeugen mit RDKS oft unumgänglich. Für Ihre Planung finden Sie hier eine Übersicht der durchschnittlichen Kosten für einen Reifenwechsel in den Jahren 2025 und 2026.
| Dienstleistung | Durchschnittliche Kosten (pro Satz / 4 Räder) |
| Räderwechsel (Umstecken von Kompletträdern) | 25 € – 50 € |
| Reifenmontage (neue Reifen auf Felgen ziehen) | 60 € – 100 € |
| Auswuchten | 20 € – 40 € (oft in der Montage enthalten) |
| Einlagerung (pro Saison) | 30 € – 70 € |
| RDKS-Sensoren anlernen | 15 € – 50 € |
Die Vorteile der Werkstatt liegen auf der Hand: Die Räder werden professionell gewuchtet, was Vibrationen verhindert und den Verschleiß reduziert. Zudem wird der Zustand Ihrer Reifen und Bremsen geprüft. Wenn Sie keinen Platz haben oder sich die Arbeit sparen möchten, ist der Reifenservice in der Werkstatt eine sichere und komfortable Alternative.
Häufig gestellte Fragen zum Reifenwechsel (FAQ)
Hier beantworten wir einige der häufigsten Fragen, die sich Fahranfänger zum Thema Reifenwechsel stellen.
Muss ich meine Reifen wirklich zweimal im Jahr wechseln?
Wenn Sie Sommer- und Winterreifen nutzen, ist der saisonale Wechsel für Ihre Sicherheit unerlässlich. Sommerreifen verhärten bei Kälte und verlieren an Haftung, während Winterreifen bei warmen Temperaturen einen höheren Verschleiß und einen längeren Bremsweg haben. Die situative Winterreifenpflicht in Deutschland schreibt zudem bei winterlichen Straßenverhältnissen eine geeignete Bereifung vor.
Was passiert, wenn ich das Drehmoment nicht beachte?
Ein falsches Drehmoment ist extrem gefährlich. Zu locker angezogene Schrauben können sich während der Fahrt lösen, was zum Verlust eines Rades führen kann. Zu fest angezogene Schrauben können das Gewinde oder die Felge beschädigen und lassen sich beim nächsten Wechsel nur schwer lösen.
Kann ich Reifen von vorne nach hinten tauschen?
Ja, das ist sogar empfehlenswert, um einen gleichmäßigen Abrieb zu gewährleisten. Tauschen Sie die Räder achsweise, also das vordere linke Rad nach hinten links und das vordere rechte nach hinten rechts. Ein diagonaler Tausch ist bei laufrichtungsgebundenen Reifen nicht zulässig.


Bearbeitungsdauer Führerscheinantrag Straßenverkehrsamt?
Vielen dank für deine frage. die bearbeitungsdauer eines führerscheinantrags kann stark variieren, je nachdem, wie ausgelastet das straßenverkehrsamt ist und ob alle erforderlichen unterlagen vollständig eingereicht wurden. es ist immer ratsam, sich direkt bei der zuständigen behörde zu erkundigen, um eine genaue auskunft zu erhalten.
ich hoffe, diese information hilft dir weiter. schau dir gerne auch meine anderen artikel an, vielleicht findest du dort noch weitere interessante themen.
Der Artikel über
Vielen dank für deinen wertvollen kommentar.